1300 Besucher bestaunten Eisenbahnen im Miniformat

Gilching (8. Oktober 2017) - Dampfende Loks, Güterzüge, eine überdimensionale Gartenbahn mit einer Gleisanlage der Spurgröße 2 G und selbstfahrende Autos in Miniaturausgabe lockten am Wochenende mehr als 1300 Besucher ins Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching. Eingeladen hatten Bayerns Modellbauer, die zwischen Schulmensa und Aula handwerkliches Geschick präsentierten, zudem den interessierten Besuchern viel Informationen mit auf den Weg gaben. Vertreten waren unter anderem vier Vereine mit insgesamt 13 Anlagen, fünf Aussteller mit Stapeln von Raritäten und unzählige Teilnehmer einer Tauschbörse, betonte Organisator Tobias Meier. „Die Mischung macht’s“, weiß der Inhaber eines Spielwarengeschäftes in Gilching mit Schwerpunkt Modelleisenbahn. Gestartet vor vier Jahren hat sich die zweitägige Ausstellung mittlerweile zu einem Publikumsmagneten entwickelt. War der Modellbau früher eine reine Männerdomäne, kommen heute gleichermaßen Frauen wie Kinder, um sich über neuesten Entwicklungen zu informieren. „Angefangen hat es damit, dass die Mädels anboten, für die Modelleisenbahn die Landschaften zu gestalten. Die Technik aber interessiert sie weniger.“ Bemerkenswert war, dass am Wochenende weder Aussteller noch Besucher mit Handys gesichtet wurden. „Ja, wer sich für den Modellbau interessiert, macht dies mit ganzer Leidenschaft. Es gibt allerdings auch eine Nische von Modellbauern, die auf ihren Handys das Schaltpult installieren und über das IPhon die Anlage steuern. Die sind aber hier nicht vertreten.“ Dennoch hat der Modellbau Eisenbahn Konkurrenz bekommen. In Germering gründete sich ein Freundeskreis von 15 Personen, der E-Cars vom landwirtschaftlichen Schlepper über Baufahrzeuge, Long-Laster und Personenautos im Detail getreu dem Original zum Laufen bringen. Begeistert zeigten sich vorwiegend die jüngeren Besucher über einen Feuerwehreinsatz im Miniformat, bei dem ein brennender Stadel fachgerecht gelöscht wurde. „Es ist jedes Mal viel Arbeit, bis die Ausstellung steht, aber auch wieder abgebaut ist“, sagt Meier. „Das Leuchten aber in den Augen der Erwachsenen sowie der vielen Kinder entschädigt für alles. Außerdem spielen wir alle gerne und es macht mir Spaß, auch mal andere Anlagen zu betätigen. Ich freue mich schon wieder auf nächstes Jahr.“ Uli Singer