Aktionsbündnis Pro Bannwald gegründet

Gilching (20. November 2017) – Die Planungshoheit liege ausschließlich bei der Kommune, habe man ihm seitens übergeordneter Behörden mitgeteilt, räumte Rudolf Ulrich vom Verein Fluglärm ein.  Dennoch habe man sich auf Initiative von Christian Winklmeier (SPD) zu einem Bündnis „Pro Bannwald“ zusammengeschlossen. Erklärtes Ziel ist die Verhinderung eines „megagroßen“ Gewerbegebietes auf Gautinger Flur.

Es habe nichts mit Wahlkampf zu tun, betonte Winklmeier. Denn bereits vor einem Jahr habe er schon Kritik an dem geplanten „megagroßen“ Gewerbegebiet angrenzend an das Gilchinger Gewerbegebiet Süd geübt. Der Verdacht eines beginnenden Wahlkampfes drängte sich auf, war doch zeitgleich mit der Gründung des Aktionsbündnisses in der vergangenen Woche auch bekannt geworden, dass der 26-Jährige Jungpolitiker, der kürzlich engagierten Wahlkampf für den Bundestag betrieb, voraussichtlich ab nächstem Jahr als SPD-Spitzenkandidat für Fürstenfeldbruck und Landsberg in den Landtag einziehen will. Dem Aktionsbündnis gehören außer Winklmeier noch „Die Linke“, „Bündnis 90/Die Grünen“, BfG, Ödp, Öko & Fair, der Fluglärm e.V. und die Evangelische Kirche an. Bei der Vorstellung der Gruppierung waren Bernhard Feilzer (Die Linke), Rudolf Ulrich und Dieter Jung vom Verein Fluglärm, Werner Deiglmayr (Grüne) und Ulrich Ellwanger (ödp) vertreten.  „Wir wollen agieren, bevor es zu spät ist“, sagte Ulrich. Er habe zwar in Gesprächen mit den übergeordneten Behörden stets die Auskunft erhalten, die Planungshoheit liege ausschließlich bei der Kommune, dennoch „sehen wir Möglichkeiten, dem ganzen Einhalt zu gebieten“. Ulrich drohte zudem an, sollte es bei den vorgesehenen Planungen bleiben, als anerkannter Umwelt-Verband vor Gericht zu ziehen. Die Rede ist von einem Gewerbegebiet, das, wie mehrmals berichtet, im Unterbrunner Holz entstehen soll. Innerhalb eines Radius von 70 Hektar sind „drei Inseln im Grünen“ vorgesehen, die Nutzfläche gibt die Gemeinde Gauting mit 21,3 Hektar an. Weitere 48 Hektar sind für Grün- und Ausgleichsflächen vorgehalten. Dem Frieden traut das Bündnis nicht. „Das Ganze ist eine Augenwischerei, auf Dauer bleibt es nicht bei dem versprochen Grün und dem Erhalt des Waldes“, monierte Ulrich. Er verwies darauf, dass auf dem Flughafengelände seiner Berechnung nach 36 Hektar auf Gautinger Flur liegen, die für Gewerbe genutzt werden dürften. Zwar gibt es laut Planfeststellungsbeschluss (unter www.oberpfaffenhofen.de abrufbar) aus dem Jahre 2004 die Auflage, dass sich nur flugaffines Gewerbe ansiedeln darf. „Doch das kann man ja ändern“, sagte Ulrich. Winklmeier fordert nun, dass „Gauting seine Planung gründlich überdenkt“ und „dass der Starnberger Kreistag eine Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutz ablehnt. Zu einer Info-Veranstaltung lädt das Bündnis am Mittwoch, 29. November, 19.30 Uhr, in die Gaststätte Geisenbrunn ein. Einen Videoclip zum Thema gibt es bereits unter https://www.youtube.com/watch?v=_769EPKIs6M . Uli Singer