Bürger gehen auf die Barrikaden

Gilching (19. September 2017) – Allgemein für Entsetzen sorgte der Widerstand von Anwohnern am Herrschinger Weg in Gilching, die verhinderten, dass der Zugang östlich zum S-Bahnhof Gilching-Argelsried barrierefrei ausgebaut wird. Wie berichtet, war ursprünglich seitens der Bahn geplant, sowohl den Hauptzugang am Bahnhofsplatz sowie den Zugang am Herrschinger Weg für Menschen mit Handicap zugänglich zu machen. Unter anderem durch eine breite Treppe - explizit für Mütter mit Kinderwägen - beziehungsweise durch den Einbau eines Lifts. „Es ging um zweieinhalb Meter Fläche, die wir für den Lift gebraucht hätten“, sagte Bürgermeister Manfred Walter in der Ratssitzung am heutigen Dienstag. „Am Herrschinger Weg aber gibt es eine Eigentümergemeinschaft, die sich innerhalb des Planfeststellungsverfahren dagegen ausgesprochen hat.“ Um langwierige Streitereien oder gar ein Enteignungsverfahren zu umgehen, hat die Bahn nun verzichtet, den Bahnhof beidseitig barrierefrei zu gestalten. „Die Bahn will jetzt schnell bauen. Diese Entwicklung ist alles andere als erfreulich“, sagte der Rathauschef. Enttäuschend sei das Verhalten der Eigentümergemeinschaft insofern, als dass die Gemeinde für deren Tonnenhäuschen kostenlos Grund zur Verfügung stellte. „Da hätte man auch erwarten können, dass sie uns jetzt entgegenkommen.“ Peter Unger (Grüne) betonte, dass mittlerweile in Gilching eine parteiübergreifende Unterschriftenaktion gestartet ist. „Jeder, der so eine Liste sieht, sollte sie unterschreiben“, appellierte er an die Versammlung. Walter machte zudem darauf aufmerksam, dass es ja am Herrschinger Weg auch Menschen gibt, die auf den barrierefreien Zugang angewiesen sind. „Es haben sich auch nicht alle aus der Eigentümergemeinschaft gegen die Grundabtretung ausgesprochen. Aber sobald nur ein einziger dagegen ist, lässt sich nichts machen, da die Entscheidung einstimmig gefasst werden muss.“ Dennoch will Walter erneut versuchen, auf die Verhinderer positiv einzuwirken und sie zu einem Umdenken zu veranlassen. Uli Singer