Helferkreis sucht ehrenamtliche Mitarbeiter

Gilching (15. März 2017) - Seit gut drei Monaten leben in der Gemeinschaftsunterkunft an der Landsberger Straße in Gilching 143 Menschen aus sieben Nationen. Nach anfänglicher logistischer Probleme hat sich der Alltag weitgehend eingespielt. Vom Helferkreis Asyl werden nun ehrenamtliche Mitarbeiter als Begleitservice bei Behördengängen gesucht.  

Die Menschen kommen aus Afghanistan, Brasilien, Kongo, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone und Somalia, erklärt Eva Ott, Sprecherin des Helferkreis Asyl in Gilching. Sie alle haben bereits bis zu zehn Monaten in diversen Erstaufnahmeeinrichtungen in Bayern hinter und eine ungewisse Zukunft vor sich und warten seit Monaten auf die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, ob sie Bleiberecht erhalten. Ziel sei es deshalb, bis zu dieser Entscheidung den Alltag der Bewohner der Container-Anlage, die von der Regierung von Oberbayern betreut wird, sinnvoll auszufüllen. „Von den 35 Kindern besucht bereits ein kleiner Kongolese die James-Krüss-Grundschule. Ein kleiner Afghane kam in der Mittelschule unter. Weitere zwei schulpflichtige Kinder dürfen ab sofort in die Vorschule des Vereins FortSchritt gehen, um dort ihre Deutschkenntnisse aufzubessern und im Herbst den Regelunterricht zu besuchen“, freut sich Ott.
Wie berichtet, sind je Wohncontainer sechs Personen untergebracht. Sie teilen sich Küche und sanitäre Anlagen. „Positiv ist, dass die Bewohner nicht durch einen Catering-Service alle das gleiche Essen bekommen, sondern sich selbst versorgen dürfen. Deshalb gibt es auch während der Mittagszeit die unterschiedlichsten exotischen Gerüche, die oft auch Appetit machen, mal rein zu schauen“, sagt Ott. Sie ist fast täglich im Container-Dorf, um sich die Sorgen der Menschen anzuhören und auch Hilfe zu leisten, wo Hilfe Not tut. Organisiert wurden mittlerweile sieben Deutschkurse, die innerhalb des Gemeinschaftsraumes an der Landsberger Straße von Lehrern ehrenamtlich angeboten werden. Außerdem besuchen einige der Bewohner Integrationskurse in München und in Weßling. Zweimal monatlich findet im Container-Dorf zudem eine allgemein-ärztliche Sprechstunde statt.      
Was dringend gebraucht wird, sind weitere ehrenamtliche Helfer, die Asylbewerber zu den jeweiligen Ämtern begleiten. Ott: „Die deutsche Verwaltungsstruktur ist schon für uns Einheimische schwer durchschaubar, wie verwirrend muss dies erst für Menschen sein, in deren Heimat Struktur ein Fremdwort ist.“ Wer Lust hat, sich im Helferkreis Asyl zu engagieren, es gibt auch weitere Aufgaben für ehrenamtliche Helfer, kann sich auf www.asyl-in-gilching.de informieren beziehungsweise unter zeit@asyl-in-gilching.de Kontakt aufnehmen. Uli Singer