Raiffeisenbank stellt Pläne vor

Gilching (22. Januar 2018) – Die Katze ist aus dem Sack. Kommt nichts mehr dazwischen, entsteht auf der Baugrube Römer-/Rathausstraße ein vierstöckiges Geschäfts-, Ärzte- und Wohnhaus. Unter anderem ist ein Supermarkt mit 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche plus angrenzender Apotheke vorgesehen. Investor ist die Raiffeisenbank Gilching.

Eins der Wahrzeichen von Gilching, das Posthochhaus an der Römerstraße, wurde vor wenigen Monaten dem Erdboden gleichgemacht. Seither rätseln die Stadtbummler, was anstelle des in die Jahre gekommenen Gebäudes hinkommt. „Ja, die Planungen waren gar nicht so einfach“, sagt Wolfgang Schneider von der Raiffeisenbank Gilching. „Schuld daran war das ablaufende Wasser des Steinbergs, das irgendwie gebändigt werden muss. Dazu waren einige Gutachten und Probebohrungen notwendig.“ Zumal unterhalb des Supermarktes mit angrenzender Apotheke mit einer Verkaufsfläche von rund 200 Quadratmetern eine zweistöckige Tiefgarage mit rund 100 Stellplätzen den Verkehr aufnehmen soll. „Die Tiefgarage wurde so konzipiert, dass sie absolut benutzerfreundlich sein wird“, ergänzt Reinhold Coulon. Die beiden gleichberechtigen Bankdirektoren hoffen, bis Ende März mit den Planungen soweit zu sein, dass der Bauantrag gestellt werden kann. Danach liegt es an den Genehmigungsbehörden, bis wann mit den Bauarbeiten begonnen wird. „Wir halten uns exakt an den Bebauungsplan, der auch in Kooperation mit den Bürgern verabschiedet wurde. Deshalb kann fast nichts mehr dazwischenkommen. Außerdem haben wir einen erfahrenen Projektplaner mit eingeschalten. Mit der Fertigstellung des Gesamt-Ensembles rechnen wir bis Anfang 2020“, betont Coulon. Insgesamt wird das Gebäude vierstöckig, wobei das linke Drittel zwecks freiem Blick auf den Steinberg nur mit einem Obergeschoss bestückt wird. Auf dem Grundstück vor dem Gebäude bleibt der bestehende kleine Erholungspark mit den drei Bäumen bestehen. Im ersten Stockwerk wird sich die Radiologie, die derzeit in einem Container an der Römerstraße untergebracht ist, einquartieren. „Der Container war lediglich eine Interimslösung, um die Zulassung nicht zu verlieren. Es war aber von Anfang an geplant, dass die Radiologie in unserem neuen Gebäude unterkommt. Der Bedarf dafür ist sehr groß“, betont Schneider. Des Weiteren sind die restlichen Räume im ersten sowie der komplette zweite Stock für den medizinischen Bereich vorgesehen. „Heute geht der Trend zu Doppelbelegungen von Arztpraxen. Das kann gleich von Anfang an berücksichtigt werden.“ Der 3. und 4. Stock ist für insgesamt zwölf 2- bis 4-Zimmerwohnungen reserviert. Nicht überrascht zeigen sich die Investoren über das allgemein große Interesse. Insbesondere für den Supermarkt haben sich etliche Gilchinger Unternehmen vormerken lassen. Wer letztendlich den Zuschlag bekommt, steht noch nicht fest, sagt Schneider. Keiner der Bewerber aber habe vor, seinen bisherigen Laden zu schließen. Vielmehr stehe der neue Supermarkt im Ortszentrum als zusätzliches Warenangebot im Fokus. Finanziert wird das Projekt durch Einlagen von Mitgliedern und Kunden. „Eine bessere Geldanlage, als in Wohn- und Geschäftsräume zu investieren, gibt es derzeit nicht.“ Über die Investitionssumme jedoch hüllen sich die erfolgreichen Banker in Schweigen. Uli Singer