Samenbomben und BioMais beim Umwelttag

Gilching (21. Mai 2017) – Im Jahr 2050 wird mehr Plastikmüll in den Ozeanen schwimmen, als Fische. Eine Entwicklung, gegen die Umweltschützer unter anderem mobilmachen. Was bereits im Kleinen getan werden kann, präsentierten Schulen, Vereine und Privatpersonen am Samstag beim zweiten Umwelttag in Gilching.

Unter dem Motto „Ich will eine Brotzeit ohne Plastik“ versucht die Arnoldus-Grundschule seit Anfang des Schuljahres, dem Plastikwahn ein Ende zu bereiten. Ergebnisse präsentierten Lehrkräfte und Schüler beim Umwelttag, der in und ums neue Rathaus in Gilching stattfand. „Unser Appell an die Eltern und Kinder, die Brotzeit nicht in einer Plastikverpackung zum Wegwerfen, sondern in einer Box mitzugeben, hat bereits Früchte getragen“, erklärte Klassenlehrerin Susanne Mattes. Im Foyer des Rathauses wurden außerdem Filme gezeigt, inwieweit das Leben im Meer durch Wohlstandsmüll gefährdet ist. In anschließenden Diskussionen wurde deutlich, dass der Großteil des Sauerstoffes von den Ozeanen erzeugt wird. Außerdem seien sie Heimat für 80 Prozent aller Lebewesen. „Ohne unsere Ozeane gibt es auch kein Leben“, betonte Mattes. Für Gäste greifbar hatten die Schüler eine „Meeresbox“ gebaut, in die man greifen und verschiedene Plastikteile herausfischen konnte.

Am Umwelttag vertreten waren auch Gabi und Markus Sailer, die in Geisenbrunn eine kleine Imkerei mit 20 Völkern und bis zu 60000 Bienen betreiben. Sie begrüßten allgemein die Initiative, mehr Blumenwiesen anzulegen. „Wir persönlich haben zwar weniger Probleme, weil unsere Bienen hier auf dem Land noch relativ viel Nahrung finden. Heuer aber konnten wir noch nichts schleudern, was allerdings am schlechten Wetter lag“, erklärte Gabi Sailer. Um dem Blumenwuchs Anschub zu verleihen, fertige Veronika Ruhdorfer vom Gilchinger Bauamt mit den Kindern so genannte Samenbomben. In einer Schüssel wurden spezielle Blumenmischungen, Erde, Katzenstreu und Wasser vermengt und aus dem Batz kleine Kugeln geformt. Nach einer zweitägigen Trockenzeit können diese ausgelegt und zugeschaut werden, wie daraus kleine Bienen- und Schmetterlingsparadiese entstehen. „Es macht richtig Spaß“, schwärmte der 12-Jährige Alexander Sperling.

Auf die Herstellung von genfreiem Bantam-Biomais hatten sich die Teilnehmer des Abenteuerspielplatzes spezialisiert. Die Werbetrommel für diese Einrichtung rührte der elfjährige Isaac, der rumging, die Bürger auf die Bedeutung des Spielplatzes für Kinder bis zu 13 Jahren unter Leitung von ProKids aufmerksam machte und um Mitglieder und Spenden warb.

Zufrieden mit der Veranstaltung, die durch Vorträge und musikalische Auftritte umrahmt wurde, zeigte sich Jan Haas, Initiator und Umweltbeauftragter der Gemeinde. „Es waren gut Leute da und es hat alles super geklappt. Unser Ziel war ja, dass sich Organisationen, die sich für die Umwelt stark machen, vernetzen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich denke, dass viele unsere Besucher nachdenklich geworden sind und zum Erhalt unseres Lebensraums beitragen werden.“ Uli Singer