SPD geht baden

Gilching (18. September 2017) – Mit einer tollen Idee wartete das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching auf. Unter Leitung von Antonia Vilsmayer und Hannes Wagner vom Jugendbeirat fand im Christoph-Probst-Gymnasium sowie an der Mittelschule in Gilching das deutschlandweit organisierte Projekt „U18-Wahl“ statt.

Die Mensa der Mittelschule wurde kurzerhand zum Wahllokal umfunktioniert – mit Wahlkabine, Wahlurne und Wahlhelfern. „Das Interesse für Politik war nicht vom Alter abhängig“, betonte Antonia Vilsmayer, 15-Jährige Schülerin des CPG. So kam beispielsweise ein Sechstklässler vorbei, der sie mit Fragen förmlich löcherte und mit ihr diskutierte. Auch Antonia gab bei der U18-Wahl ihre Stimme ab. „Umweltpolitik und Bildungspolitik sprechen mich am meisten an“, sagte sie. Wahlhelfer Hannes Wagner (23), der Politikwissenschaft und Jura studiert, beobachtete bei den Jugendlichen, dass vor allem Migrations- und Integrationspolitik ein großes Thema seien. „Viele haben hierzu eine starke Meinung.“ Auch im CPG war eine vorgezogene Bundestags-Wahl angesagt. „Wir waren überrascht, dass so viele Schüler motiviert waren“, sagte die 15-jährige Selina Rieger, die das Amt des Wahlhelfers übernahm. 245 Mädchen und Buben unter 18 Jahren gaben dort ihre Stimme ab. Ausgewertet wurden sie inklusive der 82 Stimmen aus der Mittelschule. Die zehn Parteien mit den meisten Zweitstimmen an den Gilchinger Schulen: 34,5 % für die CSU, 22,7 % für die Grünen, 14,0 % für die SPD, 5,9 % für die Linken, 4,4 % für die Tierschutzpartei, 4,0 % für die Piraten, 3,7 % für die FDP, 3,4 % für die Bayernpartei, 3,4 % für die Satirepartei „Die Partei“ und 2,5 % für die AfD.

KOMMENTAR: Dass bei den Jugendlichen in Gilching die Grünen den Sozialdemokraten den Rang ablaufen, überrascht. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass zum einen der SPD-Gemeinderat Christian Winkelmeier als Bundestagskandidat seit Monaten durch die Lande tourt. Andererseits hat er seit Jahren das Amt des Jugendreferenten inne und man sollte eigentlich erwarten, dass er wenigstens in dieser Eigenschaft bei der Jugend punktet. Das war nicht der Fall. Auch wenn die U 18-Wahl nicht repräsentativ ist, die SPD wird nächsten Sonntag ein für die Genossen erschreckendes Ergebnis einfahren. Entweder, sie denken um und lassen ihren hehren Reden auch mal Taten folgen, oder sie setzen sich endgültig zur Ruhe. Uli Singer