Wertvolle Krippen erfreuen Besucher

Gilching (2. Dezember 2017) – Eintreten, abschalten und zur Ruhe kommen, dies sei Ziel der Krippenausstellung in Gilching, sagt Mitorganisator Winfried Helfenberger. Selbst umtriebige Kinder würden einen Gang zurückschalten, betreten sie den abgedunkelten Raum. Insgesamt sind es 44 künstlerisch wertvoll gestaltete Modelle, die noch bis morgen zu sehen sind.

„Es interessieren sich immer mehr junge Leute für die Krippenkultur“, freut sich Eduard Fuchsberger vom Pfarrgemeinderat St. Sebastian in Gilching. Ins Leben gerufen wurde die Ausstellung im Jahr 2000 durch Helfenberger und Bernhard Gonska. 2012 kam dann Fuchsberger als federführender Organisator hinzu. Waren es bisher zwischen 25 bis 30 Krippen, die als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden, hatten sich heuer 19 Aussteller angemeldet, die insgesamt 44 unterschiedlich Modelle präsentierten. Mit dem Aufbau der Stellagen startete das siebenköpfige Krippen-Team am Donnerstagmittag. Am Freitag durften sich dann die Krippenbesitzer an den Aufbau ihrer oberbayerisch bis orientalisch angelehnten Kunstwerke machen. Stilvoll in schwarze Tücher drapiert und individuell beleuchtet, das Saallicht bleibt aus, schafft die Ausstellung eine andächtige Atmosphäre. „Interessant ist, dass selbst Schulkinder, die laut trampelnd und schreiend die Treppe hochrennen, in dem Moment nur noch flüstern, wenn sie den Ausstellungsraum betreten“, betont Helfenberger. Mit Hingucker ist unter anderem eine dreiteilige orientalische Krippe hinter Glas, die Sonja Pflug zur Verfügung stellte. Detail getreu wird in drei Bildern Marias Verkündigung, die Geburt Jesu und die Flucht aus Ägypten dargestellt. Viel zu entdecken gibt es aber auch bei der Installation, die Helfenberger liebevoll zusammengestellt hat. Der Stall, in dem Jesus geboren wurde, hat der Gilchinger aus dem Holz abgerissener Ställe gebaut, die Schindeln auf dem Dach dienten ursprünglich als Obstkisten und die Jacke eines Schäfers wurde laut Helfenberger aus einem alten Lederhandschuh hergestellt. Ein absolutes Highlight aber stellt die Ruinenkrippe aus der Werkstatt von Florian Gebhardt, Mitorganisator der Ausstellung, dar. Er machte sich außerdem die Mühe, den Werdegang dieser aufwändigen Arbeit anhand von 30 Fotos zu dokumentieren. Zur Freude der Aussteller haben sich für heute und morgen 250 Schulkinder angemeldet. Weitere Organisatoren sind Conny Engstle, Martina und Leonhard Schlögl und Tobias Maiblüh. Uli Singer